Vortragsmitschnitte 2019

Zeitzeugengespräch mit Gerhard Maschkowski (Jg. 1925)

Moderation: Antje Nutbohm (SWR)

DI 29.10.19 | 1:48:49 | 

Gerhard Maschkowski, Jahrgang 1925, hat Auschwitz und den sog. Todesmarsch überlebt. Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, davon zu berichten. Heute spricht er mit Erwachsenen und Schüler*innen über seine Geschichte, zum Gedenken an die Ermordeten und zur Mahnung an Politik und Gesellschaft heute. »Ich habe nie gedacht, dass sie mich töten«, sagt Gerhard Maschkowski. Fast zwei Jahre lang musste er in Auschwitz Zwangsarbeit für die IG Farben im KZ Buna Monowitz leisten, bevor die SS die Häftlinge im Januar 1945 auf den Todesmarsch trieb. »Ohne meine beiden Freunde hätte ich das alles wohl nicht überlebt. Wir haben uns geschworen, dass wir später davon erzählen werden.« Das ist dem 94-jährigen ein Anliegen, dem er bis heute nachkommt – ob in seinem Wohnort in Kalifornien oder in Deutschland. »Begreifen werde ich die Geschichte nie, aber ich muss jeden Tag daran denken.«

Der gescheiterte Antifaschismus der DDR

Folgen und aktuelle Anforderungen für eine emanzipatorische Politik 30 Jahre nach dem Mauerfall

Dr. Harry Waibel

MI 23.10.19 | 43:53 | 

Der Vortrag ist hier zu hören.

REFERENT: Bischof Prof. Dr. Martin Hein

Auf der Grenze?

Die Verantwortung für künftige Generationen im Blick auf die »Keimbahntherapie«

Bischof Dr. Martin Hein

DO 25.07.19 | 59:06 | 

Die Entwicklung der Gentechnik führt unsere traditionellen ethischen Kategorien an ihre Grenzen. Veränderungen am Genmaterial, die vererblich sein werden, betreffen die gesamte Gattung „Mensch“. Aus theologischer Perspektive wird damit die Souveränität Gottes als Schöpfer des Lebens berührt. Das sind qualitativ neue Fragestellungen, für die es hermeneutischer Anstrengungen bedarf, wenn die Antworten den Diskursstandards der Moderne genügen sollen. Denn über alle ethische Theorie und kulturelle Prägung hinaus melden sich nicht nur moralische Bedenken, sondern ist ein grundlegendes Unbehagen spürbar. Bischof Dr. Martin Hein ist Bischof der Evang. Kirche von Kurhessen-Waldeck, 2014-2018 Mitglied des Deutschen Ethikrates, Honorarprofessor an der Universität Kassel.

REFERENT: Dr. Michael Blume

Warum der Antisemitismus uns alle bedroht

Wie neue Medien alte Verschwörungsmythen befeuern

Dr. Michael Blume, Antisemitiusmusbeauftragter des Landes Baden-Württemberg

DI 23.07.19 | 56:36 | 

»In diesem Buch vertrete ich die These, dass wir für das Verständnis von Semitismus und Antisemitismus keine Pseudo-Genetik und keine Verschwörungsmythen brauchen. Vielmehr haben wir es mit der immer noch völlig unterschätzten Wirkung von Medien zu tun …«

REFERENT: Prof. Dr. Alexander Mäder

Wissenschaft und Gesellschaft - ein vertrauensvoller Dialog?

Vernunft und Toleranz haben noch eine Chance

Prof. Dr. Alexander Mäder

DO 11.07.19 | 57:04 | 

Der Wissenschaft bläst der Wind ins Gesicht – so fühlt es sich jedenfalls für viele an: Manche Politiker scheinen sich nicht mehr dafür zu interessieren, ob ihre Behauptungen wahr sind. In den sozialen Medien können Debatten entgleisen. Und die Öffentlichkeit nimmt den Forscherinnen und Forschern nicht mehr alles unbesehen ab. Erfahrungen wie diese haben viele in der Wissenschaft und im Mediengeschäft aufgeschreckt. Was kann man tun, um das Vertrauen in wissenschaftliche Expertisen wieder zu stärken? Politische Entscheidungen sollten schließlich nicht ohne den nötigen Sachverstand gefällt werden. Prof. Dr. Mäder sagt: Im demokratischen Wettstreit gewinnen zwar manchmal die Lautesten, aber auf lange Sicht fährt man besser mit denen, die ihre Positionen durchdenken und mit Fakten untermauern. Referent: Prof. Dr. Alexander Mäder, Professor für digitalen Nachrichtenjournalismus an der Hochschule der Medien in Stuttgart, zuvor Tätigkeit als Wissenschaftsjournalist u.a. für RiffReporter.de, Spektrum.de, Bild der Wissenschaft, Stuttgarter Zeitung und Berliner Zeitung

REFERENT: Prof. Dr. Franz Ruppert

Nicht gewollt - geliebt - geschützt?

Wie gelingt es, das Nein zum eigenen Leben in ein Ja zu verwandeln?

Prof. Dr. Franz Ruppert

DI 09.07.19 | 01:09:06 | 

Wenn Menschen als Kinder von ihren Eltern nicht gewollt und geliebt werden, erfahren sie keinen Schutz vor körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt. Daher ist das eigene Leben von Anfang an ein Überlebenskampf, der weitere Psychotraumata mit sich bringt. Wie gelingt hier eine Ausstieg? Wie kann das Nein, das von Außen kommt, in ein Ja zur eigenen Person, das von innen kommt, verwandelt werden? Prof. Dr. Ruppert ist Professor für Psychologie an der Katholischen Stiftungshochschule München, psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis. Autor von zehn Büchern zur Identitätsorientierten Psychotraumatheorie und –therapie (IoPT), die in 10 verschiedene Sprachen übersetzt sind (Berufliche Beziehungswelten; Verwirrte Seelen; Trauma, Bindung und Familienstellen; Seelische Spaltung und Innere Heilung; Symbiose und Autonomie; Trauma, Angst und Liebe; Frühes Trauma; Mein Körper, mein Trauma, mein Ich; Wer bin Ich in einer traumatisierten Gesellschaft; Liebe, Lust und Trauma). Vorträge und gruppentherapeutische Seminare mit der »Aufstellungsmethode« europa- und weltweit. Angebot einer deutsch- und einer englischsprachiger Weiterbildung.

Digital Mensch bleiben

Für einen emanzipierten Umgang mit neuen Technologien

Dr. Volker Jung

MO 08.07.19 | 43:10 | 

In der computerisierten Welt, der Genetik und Nanotechnologie gibt es unzählige neue Möglichkeiten. Was unterscheidet den Menschen von Maschinen und künstlichem Leben? Es braucht einen souveränen Umgang mit neuen Technologien und eine Emanzipation des Menschen von der selbst geschaffenen technischen Turboentwicklung. Dr. Volker Jung ist Kirchenpräsident der Evang. Kirche in Hessen und Nassau, Aufsichtsratsvorsitzender des Gemeinschaftswerks der Evang. Publizistik. Moderation: Prof. Dr. Georg Lämmlin, Ev. Akademie Bad Boll

MIT: Jörg Armbruster.
Foto: Christina Katzenberg

Krieg ohne Ende? Warum Syrien keinen Frieden findet

Jörg Armbruster

FR 28.06.19 | 01:13:34 | 

Seit nun mehr acht Jahren tobt in Syrien ein Stellvertreterkrieg, dessen Ende kaum abzusehen ist, weil offensichtlich weder der syrische Machthaber Assad ein Frieden will, ehe er nicht sein ganzes Land zurückerobert hat. Noch die anderen an dem Krieg beteiligten Nationen wie der Iran, Russland aber auch Israel, die USA oder die Golfstaaten als Unterstützer der Djihadisten in Syrien. Auch die Kurden kämpfen für einen unabhängigen Kurdenstaat im Norden des Landes sehr zum Ärger der Türkei, die genau das verhindern will. Daher hatte auch sie vor einem Jahr aktiv in diese Gemengelage eingegriffen und Teile Nordsyriens besetzt. Wie geht es nun weiter in Syrien? Warum ist es so schwer in Syrien wenigstens die Kämpfe zu beenden? Der Syrienbeauftragte der Vereinten Nationen, Staffan de Mistura, meinte zu dieser Frage: Selbst der Westfälische Frieden, der den Dreißigjährigen Krieg beendet, war einfacher zu finden als ein Frieden in Syrien. Jörg Armbruster ist Journalist und ehemaliger ARD-Korrespondent Nahost.

REFERENTIN: Sylvia Wetzel

Erwachen und Erlösung

Was Christentum und Buddhismus verbindet

Sylvia Wetzel

MO 03.06.19 | 48:40 | 

Es scheint manchmal so, als wären Religionen eher miteinander im Streit als im Dialog. Dabei erinnert jede auf ihre Weise daran, dass die Welt durchdrungen ist von einer tieferen Wirklichkeit. Sind die religiösen Wahrheiten dieselben und werden sie nur unterschiedlich benannt und umschrieben? Ist das, was man »göttlichen Urgrund« oder »das Göttliche« nennt, womöglich dasselbe wie »Buddha-Natur«? Sylvia Wetzel ist Publizistin, Autorin und Meditationslehrerin. Sie spricht und schreibt über Buddhismus und unterrichtet Entspannung, Meditation und Buddhismus im deutschsprachigen Raum. Buchtipp: Sylvia Wetzel: Erwachen und Erlösung, Patmos Verlag, 2019

Ulrich Schaffer

Der unsagbare Wert eines Menschen

Die Schätze unseres Lebens

Ulrich Schaffer

FR 26.04.19 | 1:26:37 | 

Würdigen wir uns? Nehmen wir uns ernst? Sind wir bei uns oder leben wir ein Leben, das andere für uns gewählt haben? Wir wollen uns Gedanken über unseren Wert machen, über die Möglichkeiten unseres Lebens. Wir wollen entdecken, wie wir uns selbst und einander besser lieben können.

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