Fort- und Weiterbildung

Fortbildung

Einführung in die Ego-State-Therapie

FR 03.11., 09:30 Uhr – SA 04.11.23, 17:00 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

Termine: Fr-Sa 03./04.11.23, 09:30-17:00 Uhr

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Volker Dittmar © privat

Das Ego State-Konzept basiert auf einem Persönlichkeitsmodell, das von der Existenz verschiedener Ich-Zustände ausgeht. Im deutschsprachigen Raum wurde die Ego State-Arbeit wesentlich von Luise Reddemann bekannt gemacht. John und Helen Watkins haben auf der Basis der psychoanalytischen Tradition, vor allem der Theorie der Ich-Zustände von Paul Federn, mit der Ego-State-Therapie eine Psychotherapiemethode entwickelt, in deren Zentrum die systematische Arbeit mit Ich-Zuständen (EgoStates) steht.

Ego-States sind Persönlichkeitsanteile und können Verhaltensweisen, Erlebnisse, Erinnerungen oder Gefühle der Gegenwart oder der Vergangenheit repräsentieren. Sie entsprechen komplexen neuronalen Netzwerken und entwickeln sich meist in der Kindheit, können aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt des Lebens entstehen. Wir alle erleben unterschiedliche Zustände unseres Selbst mit Wechseln der Stimmungslage und Änderungen des Verhaltens, entsprechend den verschiedenen Rollenanforderungen des Lebens. Wir kennen mutige und selbstsichere sowie ängstliche kindliche Ich-Zustände. Typischerweise melden sich jüngere z. B. trotzige, zornige, fordernde oder bedürftige Ego States auch in – oft stets nach demselben Muster ablaufenden – Beziehungskrisen oder bei Mobbing.

Bei komplexen Traumafolgestörungen und schweren Persönlichkeitsstörungen hingegen werden häufig rasch wechselnd hochfunktionale alltagskompetente und dysfunktionale Teile der Persönlichkeit – wie dissoziierte Opfer- und Täterintrojekte – aktiviert. Bei einer solchen »Ego-State-Disorder« hat der Klient/die Klientin oft wenig Kontrolle über die dysfunktionalen Ego States. Die können sich z. B. in Wutausbrüchen oder plötzlicher Konfusion und Blockaden zeigen. Ein reflektierender Abstand und eine flexible Steuerung fehlen dann.

Unabhängig von Traumafolgen liegen auch Symptomen wie Ängsten, Depressionen oder Kopfschmerzen sowie Konflikten oft Ego States zugrunde, deren Ziele und Absichten miteinander unvereinbar sind. Das Ego-State-Konzept bietet eine Möglichkeit, direkt und konkret mit den verschiedenen Ich-Zuständen zu arbeiten.

Die Ego-State-Therapie ist inzwischen zu einem festen Bestandteil der psychotherapeutischen Landschaft geworden, hat immer mehr an Bedeutung gewonnen und wird neben dem traumatherapeutischen Bereich zur Behandlung eines breiten Störungsspektrums in verschiedenen Behandlungssettings eingesetzt.

Ziele des Seminars: Einführung in die Ego-State-Therapie; Kontaktaufnahme mit Ego-States erproben; Arbeit mit grundsätzlich ressourcenreichen Ego-States erproben; Arbeit mit verletzten und verletzenden Ego-States kennenlernen; Kennenlernen des Behandlungsmodells der Ego-State-Therapie. Neben Informationsvermittlung beinhaltet dieses Seminar Selbsterfahrungsanteile.

Zielgruppe: Psychotherapeut:innen, Psycholog:innen, Berater:innen. Nicht als Beratungssituation geeignet.

ESF-Fachkursförderung möglich

LEITUNG: Volker Dittmar, Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut, Traumatherapeut, Dozent für Traumatherapie, Supervisor, Regensburg

Kostenbeitrag: 220,00 €

Kurs-Nr. 232-111

Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich.

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