Theologie und Spiritualität

Vortrag

Fabrik statt Kirche

Die Soziale Frage als Herausforderung für die Württembergische Landeskirche

DO 12.01.23, 19:30 – 21:00 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

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Antonia Schmidt © privat. Quelle: Fotostudio Lebherz Ofterdingen
Stiftskirche Stuttgart 1818 © Landeskirchliches Archiv, Museale Sammlung, Nr. 92.463

Soziale Frage – kaum ein anderer Begriff aus dem Zeitalter der Industrialisierung bündelt die massiven gesellschaftlichen Veränderungen des 19. Jahrhunderts besser.
Die Auswirkungen des Industrialisierungsprozesses zeigen sich im Großen wie im Kleinen. Im Großen: Grundlegende wirtschaftliche Umwälzungen, die es erforderlich machen, dass sich (politische, kirchliche, gesellschaftliche) Akteure der neuen Situation annehmen. Zu denken ist hier, wenn auch noch ohne landesgeschichtlichen Bezug, an die Bismarck’sche Sozialgesetzgebung der 1880er Jahre. Im Kleinen: Bis in die württembergischen Kirchengemeinden hinein, auch wenn sie fernab der frühen Industriezentren Esslingen oder Cannstatt liegen, sind die Akteure vor Ort gefragt, auf die Veränderungen zu reagieren. Die Anzahl der Gottesdienstbesucher nimmt ab, in den Gemeinden sind Tagelöhner zu Gast, die ledige Jugend geht bereits kurz nach der Konfirmation der Arbeit in einer Fabrik nach. Relevanz bekommt, wie sich die Geistlichen verhalten und welche Konsequenzen sie für ihr Handeln daraus ableiten. In dem Vortrag rücken die Pfarrer der landeskirchlichen Gemeinden um Heilbronn und Geislingen/Steige mit ihren Handlungsspielräumen in den Fokus – zugleich auch das Verhältnis der Landeskirche zur Sozialen Frage in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts insgesamt.

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Im Rahmen der Reihe: Neues aus den Forschungen zur Landesgeschichte

Die Abteilung Landesgeschichte unter Leitung von Prof. Dr. Sabine Holtz arbeitet im Rahmen des Historischen Instituts der Universität Stuttgart die signifikanten Merkmale in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur des deutschen Südwestens im Kontext der deutschen und europäischen Geschichte heraus.

Landesgeschichte ist dabei von ihrem Selbstverständnis her epochenübergreifend, interdisziplinär und vergleichend angelegt. Räumlich legt die Abteilung Landesgeschichte ihren Schwerpunkt auf die Erforschung und Lehre der Geschichte Südwestdeutschlands und seiner angrenzenden Gebiete, chronologisch umfasst sie die Zeit von der Vor- und Frühgeschichte bis zum 20. Jahrhundert.

Landesgeschichte greift dabei auch kirchliche Entwicklungen und Fragestellungen auf. Dafür stehen beispielhaft die Themen einiger Doktorandinnen und Doktoranden am Lehrstuhl von Prof. Dr. Sabine Holtz, die an diesen Abenden vorgestellt werden. Seien sie dabei, wenn die jungen Wissenschaftler:innen Einblicke in ihre wissenschaftliche Arbeit und Forschungsergebnisse geben.

KOOPERATION: Historisches Institut der Universität Stuttgart, Abteilung Landesgeschichte; Verein für Württembergische Kirchengeschichte; Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart

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