Hospitalhof Stuttgart | Evangelisches Bildungszentrum

Hospitalhof | Pädagogik, Philosophie, Ethik, Naturwissenschaften

Vortrag

David Friedrich Strauß als Philosoph - eine Problemanzeige

Im Rahmen der Reihe: Heimat der Denker? Schwaben und die Philosophie

MO 13.03.17, 19:00 – 20:30 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

Weitere Termine: im Rahmen der Reihe: 20.03., 27.03., 03.04.17

Der schwäbische, im Tübinger Stift ausgebildete Theologe und Philosoph David Friedrich Strauß (1808-1874) genießt nicht den besten Ruf. Seine theologischen Zunftgenossen hat er 1835/36 mit seinem Leben Jesu in anhaltende Verwirrung gestürzt, so dass sie ihn fortan verketzerten. Aber auch unter Philosophen wurde er kaum mehr ernst genommen, seit Friedrich Nietzsche 1873 ätzenden Spott über dessen Spätwerk ausgegossen hat. Doch ist Strauß tatsächlich nur ein nachrangiger Autor, über den sich nicht mehr nachzudenken lohnt?

Grußwort sowie Einführung in die Vortragsreihe »Heimat der Denker? Schwaben und die Philosophie« durch Josef Kreuzberger, Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbundes.

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Alle haben sie: eine »Philosophie«! Bäckereien und Banken, Maschinenbauer und Metzger – gerne geben sie ihrem unternehmerischen Leitbild diesen Anstrich. Doch beschwerlich ist der Weg zu dem, was der Schwabe Hegel vor 210 Jahren als seine Vorstellung von Idee, Natur und Geist formulierte. Philosophie ist stets mit Werten verbunden, und deshalb ist es gerade heute an der Zeit, neu über philosophische Fragen nachzudenken.

Auf anspruchsvolle und zugleich anschauliche Weise wird die von der Berthold Leibinger Stiftung geförderte Vortragsreihe des Schwäbischen Heimatbundes zeigen, welche grundlegende Wirkung schwäbische Philosophen entfaltet haben. Renommierte Referenten – schwäbische und nicht-schwäbische – gehen der Frage nach, ob der Schelling und der Hegel wirklich die Regel im Südwesten waren. Auch spüren sie der Frage nach, welche Verbindungslinien zwischen geistiger und technischer Innovationskraft des Südwestens zu ziehen sind.

Dabei stehen neben den großen schwäbischen Philosophen Hegel und Schelling auch andere Denker mit schwäbischen Wurzeln im Mittelpunkt, wie David Friedrich Strauß, der mit seinen umwälzenden Ideen für tiefgreifende Kontroversen sorgte, oder Friedrich Schiller, der nicht nur Literat, sondern ein bedeutender Geschichtsphilosoph war. Einen aktuellen Kontrapunkt setzt dazu der schwäbische Philosoph Wilhelm Schmid, der nach der philosophischen Bedeutung von Heimat fragt.

KOOPERATION: Schwäbischer Heimatbund, Berthold-Leibinger-Stiftung, Evang. Bildungszentrum Hospitalhof

MIT: Andreas Sommer, geboren 1972, studierte Philosophie, Kirchen- und Dogmengeschichte sowie Deutsche Literaturwissenschaft in Basel, Göttingen und Freiburg. Promotion 1998 in Basel, Forschungsaufenthalte in Princeton und London, 2004 Habilitation an der Universität Greifswald. Er ist Direktor der Friedrich-Nietzsche-Stiftung in Naumburg und Leiter der Forschungsstelle Nietzsche-Kommentar der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Seit 2016 ord. Professor für Philosophie mit Schwerpunkt Kulturphilosophie an der Universität Freiburg. Grußwort sowie Einführung in die Vortragsreihe durch Josef Kreuzberger, Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbundes.

Weitere Informationen: www.schwaebischer-heimatbund.de

Kostenbeitrag: 4,00 €

Kontakt:  Tel. 0711/23942-0