Hospitalhof Stuttgart | Evangelisches Bildungszentrum

Hospitalhof | Theologie und Spiritualität

Salongespräch

Gott in Europa

Der Beitrag der Kirchen zu Europa

DO 14.02.19, 19:00 – 21:00 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33 70174 Stuttgart

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MIT Pfarrerin Kathrin Nothacker

In einem auseinanderfallenden Europa fragen sich immer mehr Menschen nach dem, was Europa zusammenhält oder zusammenhalten könnte.

Die Kirchen und christlichen Gemeinschaften bieten sich nicht auf den ersten Blick an, zu dieser Frage des Zusammenhalts etwas beitragen zu können. Sind sie doch über viele Jahrhunderte gespalten, zerstritten, voneinander abgegrenzt.

Schon in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg sind Vertreter*innen der Kirchen aufeinander zugegangen mit der tiefen Überzeugung, dass es nur auf dem Weg der Versöhnung einen Neuanfang in Europa geben kann. Der Zusammenschluss von verschiedenen kirchlichen »Bünden« folgte. In diesen kirchlichen Vereinigungen wurde schon früh über Ländergrenzen hinweg zusammengearbeitet – für die Kirchen selbst und für ihren Auftrag in und an der Welt. Das Besondere an der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa ist, dass sie auch über die Grenzen des Eisernen Vorhangs hinweg Kontakte zu Gemeinden und Kirchen pflegte.

Dieses gewachsene Miteinander hilft heute dazu, die tiefen Gräben, die zwischen West- und Osteuropa, aber auch zwischen dem Norden und dem Süden wieder entstehen, zu überwinden. Der Gesprächsfaden zwischen den unterschiedlichen Kirchen und Konfessionen, die es in Europa gibt (die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa hat 94 Mitgliedskirchen), wird in den Kirchen deshalb gepflegt, weil es einen gemeinsamen Grund gibt. Diesen sehen Christinnen und Christen auch weiterhin darin, das Evangelium weiter zu geben und in einer Welt, die sich immer weiter entsolidarisiert, solidarisch zu leben.

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa lebt von einer Gemeinschaft im Gottesdienst, in der Lehre, in einer verbindlichen Struktur und in Solidarität der reichen mit den armen Kirchen. Auch bei unterschiedlichen Auffassungen zu Fragen der Politik und der Kultur, bei einem unterschiedlichen Blick auf die europäische Geschichte, bei unterschiedlichen Zugängen zu ethischen Fragen, bleiben die protestantischen Kirchen zusammen.

Die evangelischen Kirchen in Europa haben mit ihrem schon lange gelebten und ver-innerlichten Bild von der »Versöhnten Vielfalt« einen wesentlichen Beitrag für den Zusammenhalt der europäischen Nation zu geben. Die »Versöhnte Vielfalt« kann auch eine Antwort sein auf die immer wieder eingeforderte Wertegemeinschaft innerhalb Europas. Europa lebt nicht zuerst davon, dass es ein großer Wirtschaftsraum ist mit einer gemeinsamen Währung und einer gemeinsamen Geldpolitik. Europa lebt zuerst von einer gemeinsamen Geschichte – mit allen Licht- und Schattenseiten – und von den Überzeugungen, dass Demokratie und Rechtstaatlichkeit, Freiheit und Solidarität, Achtung von Minderheiten und Schutz der Schwachen zu den verbindenden Werten gehören, und dass eben diese Werte Europa stark machen.

Auch die Kirchen sind auf dem Weg zu diesen Überzeugungen lange Wege gegangen und gehen sie wieder. Sie bleiben aber zusammen über alle sich auftuenden Gräben, was die jüngste Vollversammlung der Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen in Europa in Basel im September 2018 eindrucksvoll gezeigt hat.

Der Abend wird einen Impulsvortrag über den Beitrag der Kirchen zu Europa bieten und gleichzeitig eine Gesprächsmöglichkeit für die Teilnehmer*innen des Abends, eigene Vorstellungen und Fragen zu diesem Themenkomplex zu äußern.

Die Referentin ist Pfarrerin der Ev. Landeskirche in Württemberg und für zwei Jahre beauftragt, in der Geschäftsstelle der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa in Wien unterstützend mit zu arbeiten und die Beziehungen unter den Mitgliedskirchen in den verschiedenen Regionen Europas zu pflegen.

Im Rahmen der Reihe: Europa: Ende der Krise oder Krise ohne Ende?

REFERENTIN: Kathrin Nothacker, Pfarrerin, Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa

Kostenbeitrag entfällt

Kontakt: , Tel. 0711 / 20 68 -150

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