Hospitalhof | Theologie und Spiritualität

Vortrag

»Gesegnete Unruhe«

Einblicke in die Geschichte der evang. Kirche in der DDR

DI 19.11.19, 19:00 – 21:00 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33 70174 Stuttgart

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MIT Landesbischöfin a.D. Ilse Junkermann
MIT Landesbischöfin a.D. Ilse Junkermann

Der Bau der Mauer trennte auch die Gläubigen in Ost und West. Welche Bedeutung hatten die Kirchen in der DDR zwischen Pragmatismus und Opposition? Fest steht: Ohne die »gesegnete Unruhe« und ohne ihr schützendes Dach, das die Kirchen in der DDR Oppositionellen gaben, wäre die friedliche Revolution im Herbst 1989 kaum möglich gewesen.
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Im 30. Sommer nach dem Mauerfall ist eine heftige Kontroverse aufgebrochen. In einer großen Tageszeitung entbrannte eine heftige Debatte zwischen dem Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk und dem Religionssoziologe Detlef Pollack: Haben die Oppositionellen, darunter viele Christen mit ihren Kerzen und Gebeten, die entscheidende Rolle bei der Friedlichen Revolution gespielt? Oder haben nicht viel mehr die vielen Ausreisewilligen und seit Sommer ’89 über Ungarn Ausreisenden den Druck innerhalb der DDR so erhöht, dass dies der entscheidende Faktor für die „Wende“ war?
Welche hatte die Kirche als ganze, welche hatten einzelne Christen? War die „Friedliche Revolution“ gar eine „Protestantische Revolution“ – oder eher eine „Wende“ der bisherigen SED-Politik? An vielen Orten waren viele Kirchen der Ort für die Unruhe, die viele Menschen umtrieb angesichts der Situation in der DDR zwischen Planvorgaben und potemkinschen Dörfern, der zunehmenden Umweltverschmutzung mit allen Folgen für die Gesundheit der Menschen, die Überwachung und Bespitzelung und die seit Jahrzehnten dauernde Mangelwirtschaft. In den Kirchenräumen war Raum für solche Unruhe; Sorgen und Wut konnten bei den Friedensgebeten ausgesprochen werden, Menschen standen einander bei und ermutigten sich. So wurde die Unruhe zu einer „gesegneten Unruhe“, d. z. zu einer Unruhe, die sich nicht in Gewalt Bahn brach, sondern in offener Diskussion und beharrlichem Eintreten für Veränderungen. Wie war die Kirche zu einem solchen offenen Raum geworden? Was ist besonders und ganz eigen an der Geschichte der evangelischen Kirche in der DDR?

Im Rahmen der Schwerpunktreihe: Von Mauern und Menschen. Themenreihe zu »30 Jahre Mauerfall«

REFERENTIN: Landesbischöfin a.D. Ilse Junkermann leitet ein Forschungsprojekt zur Rolle der Kirchen in der DDR am Institut für Praktische Theologie, Universität Leipzig.

Kostenbeitrag: 5,00 € / 4,00 €

Kontakt: , Tel. 0711 / 20 68 -150

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