Hospitalhof Stuttgart | Evangelisches Bildungszentrum

Hospitalhof | Politik und Gesellschaft

Fachtag

Medizin ohne Menschlichkeit

70 Jahre Nürnberger Ärzteprozess

MI 27.09.17, 14:00 – 20:00 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

2017 jährt sich die Urteilsverkündung im Nürnberger Ärzteprozess 1947 zum 70. Mal.
Welche historische Bedeutung hat dieser erste von zwölf Nachfolgeprozessen, die dem Nürnberger Hautpkriegsverbrecherprozess folgten? Warum waren es gerade die Ärzte, die noch vor Militärs und Wirtschaftsführern als Erste angeklagt wurden? Was wird ihnen zur Last gelegt?

In den Blick der Ankläger und Richter kamen insbesondere die medizinischen Versuche an Menschen sowie die Euthanasieverbrechen. Der Prozess wurde in der Öffentlichkeit und in der internationalen und deutschen Ärzteschaft stark beachtet, aber auch kritisch aufgenommen. Unter anderem hatte er den sogenannten Nuremberg Code, den Nürnberger Kodex, zur Folge, der bis heute maßgeblich die Zustimmungspflicht von Betroffenen bei medizinischen Versuchen regelt und vorschreibt.

Die Fachvorträge und anschließenden Diskussionen richten sich bewusst nicht nur an ein Fachpublikum, sondern an alle an diesen Fragen und Themen Interessierte, ungeachtet des historischen Vorwissens. In einem abschließenden Podiumsgespräch mit den Referentinnen und Referenten werden einzelne Themen und Fragestellungen vertieft und diskutiert.

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Programm (vorläufig)

14:30-18:00 Uhr

Begrüßung
Beate Müller, Lernort Geschichte – Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft

Referat I:

Historische und juristische Einordnung des Nürnberger Ärzteprozesses 1946/47 – wie wurde das Urteil des Nürnberger Ärzteprozesses in der deutschen Ärzteschaft aufgenommen?

Prof. Dr. Thomas Beddies, stellv. Institutsleitung Charité, Universitätsmedizin Berlin, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin

Diskussion – Pause

Referat II:

Der Anklagepunkt der NS-»Euthanasie«-Verbrechen

Thomas Stöckle M.A., Gedenkstätte Grafeneck-Dokumentationszentrum

Referat III:

Welche ethischen und rechtlichen Fragen wirken bis heute fort?

Prof. Dr. Florian Steger, Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Ulm, zuvor am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Vorsitzender der Ethikkommission der Universität Ulm.

Anmeldung erforderlich. Verpflegungskostenbeitrag: 10,00 €

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18:30-20:00 Uhr

Teil 2 / Podiumsgespräch:

Was bedeutet die Erinnerung an die Nürnberger Ärzteprozesse für ethische Fragen im Bereich der Medizinethik und Gesellschaftspolitik heute?

Podiumsgespräch mit: Prof. Dr. Thomas Beddies, stellv. Institutsleitung Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin: Dr. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg; Thomas Stöckle, Leiter Gedenkstätte Grafeneck; Beate Müller, Einrichtungsleitung Lernort Geschichte – Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft; Monika Renninger, Leiterin Evang. Bildungszentrum Hospitalhof; Prof. Dr. Florian Steger, Institutsdirektor Universität Ulm, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin

Moderation ganztägig: Christina Metke, Juristin, Geschäftsführerin des VDP Verband Deutscher Privatschulen e.V.

Flyer zur Veranstaltung

ZIELGRUPPE: Fachpublikum: Ärzte, Medizinstudenten, Pflegepersonal, Hebammen, Beschäftigte im Medizinbereich inkl. der Auszubildenden, Historiker und Geschichtsstudenten, Haupt- und Ehrenamtliche in der Gedenkstättenarbeit und interessierte Öffentlichkeit.

KOOPERATION: Lernort Geschichte – StjG, Gedenkstätte Grafeneck, Landesärztekammer Baden-Württemberg, Evang. Bildungszentrum Hospitalhof

ANMELDUNG über Lernort Geschichte für die Veranstaltung von 14:00-18:00 Uhr: Anmeldeschluss 11.09.17.

Für das Podiumsgespräch von 18:30-20:00 Uhr ist keine Anmeldung erforderlich

MIT: Prof. Dr. Thomas Beddies, Berlin; Thomas Stöckle, Leiter der Gedenkstätte Grafeneck; Dr. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer; Beate Müller, Lernort Geschichte, Prof. Dr. Florian Steger, Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Ulm.. MODERATION: Christina Metke, Juristin, Geschäftsführerin des VDP Verband Deutscher Privatschulen e.V. Baden-Württemberg; Inhaberin der Beratungsagentur »public sense«

Weitere Informationen: www.lernortgeschichte.de/anmeldung

Kostenbeitrag entfällt

Kontakt: bmueller@jugendhaus.net