Kunst und Kultur

Vortrag

Implizite Bilder: Wie zeitgenössische Kunst Krieg und Leid ohne explizite Bilder sichtbar machen kann

DI 05.03.24, 19:00 – 20:30 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

© arge lola

Wie mit allgegenwärtigen Bildern von Katastrophen und Leid umgehen? Bilder können die Wirklichkeit verfälschen oder schönfärben, können instrumentalisiert und zur politischen Manipulation eingesetzt werden, können überwältigen und ablenken. Wer zeigt was, wozu und wie?
Im Zeitalter digitaler Medienpraxis kann man expliziten Bildern des Leids kaum entkommen. Im täglichen Nachrichtenfluss kommt es immer wieder zur Veröffentlichung von Bildern, bei denen es diskutabel ist, ob sie öffentlich gezeigt werden sollten oder nicht. Auch Kunst, die sich mit politischen Konflikten befasst, muss sich den Kontroversen um die Sichtbarmachung des Leids stellen. „Etwas nicht-zeigen funktioniert nur, wenn etwas sichtbar war.“ – Diese These entfaltet die Kunstwissenschaftlerin Dr. Marie-Luise Zielonka im Gespräch mit Andreas Langen anhand zahlreicher Bildbeispiele.
Denn neben den Alternativen »zeigen« oder »nichts zeigen«, kennt die künstlerische Photographie weitere Möglichkeiten, um Themen wie Kriege, Genozide, politische Konflikte zu benennen, ohne explizite Bilder des Leids zu zeigen und ohne auf der anderen Seite in künstlerische Überhöhung zu verfallen.

Buchhinweis:
Marie-Luise Zielonka, Implizite Bilder. Strategien des Nicht-Zeigens in der zeitgenössischen Kunst, transcript, 2023

Marie-Luise Zielonka im Interview in der Sendung Kompressor im Deutschlandfunk Kultur, 5. Juli 2023: Gewalt in Fotografien, wie zeigen, was keiner sehen will

REFERENTIN: Dr. Marie-Luise Zielonka arbeitet als freie Kuratorin und Dozentin in Stuttgart. Sie hat Kunstwissenschaft in Konstanz, Paris, München und London studiert. Moderation: Andreas Langen, Fotograf und Journalist