Politik und Gesellschaft

Vortrag

Die zerrissenen Staaten von Amerika

Alte Mythen und neue Werte in einem Land auf der Suche nach seiner Identität

DI 06.02.24, 19:00 – 20:30 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

Mit Spannung blickt die Welt auf den Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahlen im Herbst 2024. Der Journalist und USA-Experte Arthur Landwehr spürt den Stimmungen und Erwartungen der US-Wähler zu Beginn der Vorwahlen nach. Im Mittelpunkt: die Abstiegsangst der Weißen und das zunehmende Selbstbewusstsein von Schwarzen und Hispanics, der rückwärtsgewandte Mythos vom Cowboy und der Einfluss der »woken« Intellektuellen, das »America first« im Landesinnern und die Verheißungen kultureller Offenheit in den liberalen Küstenstaaten. Und über allem die Frage: Was hat das mit uns in Deutschland zu tun?

Bei der Präsidentschaftswahl 2024 stehen die Vereinigten Staaten an einem Scheideweg, der über die Zukunft des Landes ebenso entscheidet wie über die der ganzen Welt. Vordergründig geht es darum, ob es die Demokraten schaffen, ihre Ideen von Freiheit und sozialer Verantwortung gegen einen von Donald Trump geprägten Kampf für ein Amerika der traditionellen Werte durchzusetzen. Gewinnen wird, wem es im Wahlkampf gelingt, Menschen für sich zu begeistern, die zunehmend das Vertrauen in Politik, Medien und Wirtschaft verloren haben. Die Verunsicherung ist so groß, dass mittlerweile einzelne Gruppen Gewalt als politisches Mittel nicht mehr ausschließen.

Arthur Landwehr sucht die Ursachen für die Zerrissenheit des Landes im Alltag der Amerikaner – beim Rodeo im »Cowboy State« Wyoming, wo die Traditionen des »Wilden Westens« als Gegenentwurf zur modernen Industriegesellschaft gefeiert werden; in Florida in einer »Active Adult Community«, wo Rentner:innen unter sich sind; in Virginia, wo er auf einer Waffen-Ausstellung tiefe Einblicke in ein brisantes Thema gewinnt, in Missouri beim Tee mit Cousinen vierten Grades, die er mithilfe eines derzeit populären DNA-Tests ermittelt hat, und an vielen anderen Orten mehr.

Landwehrs vielschichtiges Amerika-Bild zeigt ein Land am Scheideweg, in dem Politik früher oder später in die alles entscheidende Frage mündet: Was heißt es, Amerikaner:in zu sein? Seine kenntnisreichen und oft verblüffenden Einsichten sind eine unverzichtbare Lektüre für alle, die aus erster Hand erfahren möchten, wie es um die USA und deren politische Zukunft bestellt ist.

Buchhinweis:
Arthur Landwehr, Die zerrissenen Staaten von Amerika: Alte Mythen und neue Werte – ein Land kämpft um seine Identität, Droemer, 2024

REFERENT: Arthur Landwehr, geboren 1958, war von 1999 bis 2006 und von 2018 bis 2022 ARD-Hörfunk-Korrespondent in Washington, D. C. Von 2006 bis 2018 war er Hörfunk-Chefredakteur des Südwestrundfunks. Während seiner USA-Aufenthalte hat er die gesellschaftliche Entwicklung der USA in den Amtszeiten von Clinton, Bush, Trump und Biden intensiv journalistisch begleitet. Für seine Berichterstattung wurde er mit dem RIAS-Radiopreis ausgezeichnet. Das Gespräch wird geführt von Christiane Pyka, Direktorin des DAZ.

KOOPERATION: Deutsch-Amerikanisches Zentrum/James-F.-Byrnes-Institut e. V., Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart

Kostenbeitrag entfällt