Kunst und Kultur

Vortrag

Mörikes Buchstabe

Beobachtungen zum Dreh- und Angelpunkt seiner Lyrik

MI 06.03.24, 19:00 – 20:30 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

Eduard Mörike, um 1860 von F. Brandseph in Stuttgart aufgenommen © Kunsthaus Bild und Wort

Mörike ist ein Meister darin, seine Gedichte so fein zu komponieren, daß im einzelnen Buchstaben sinnlicher Klang und geistige Bedeutung zusammenfallen. Seine Lyrik kann in herausragender Weise buchstabengenau genannt werden. Anders als die vielen Versuche, seine Gedichte aus der Biographie zu erschließen, können und wollen sie als musikalische Sprachkunstwerke gelesen werden, für die es, wie beim Hören von Musik, keinerlei Voraussetzung braucht, damit sie bei der offenen Lektüre ihre Wirkung entfalten.

Henning Ziebritzkis Sicht auf Mörikes Lyrik ist aus jahrzehntelanger Lektüre erwachsen. Seit er als Schüler auf einem Gymnasium in Niedersachsen die ersten Gedichte kennenlernte, liest er die Lyrik des schwäbischen Pfarrers.

In seinem Vortrag erzählt er persönlich und subjektiv von seinen Leseerlebnissen mit Mörikes Gedichten und stellt überraschende Verbindungen her, zu Wilhelm von Humboldt, zu Johann Matthäus Bechstein, und nicht zuletzt zur lutherischen Theologie.

Buchhinweis:
Henning Ziebritzki, Vogelwerk, 2019 (Peter-Huchel-Preis 2020)
Henning Ziebritzki, Gar nicht viel. Essays über Poesie, 2023

REFERENT: Dr. Henning Ziebritzki, evangelischer Theologe und Schriftsteller, Peter-Huchel-Preisträger

KOOPERATION: Mörike-Gesellschaft e. V., Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart