Hospitalhof | Politik und Gesellschaft

Gedenken

Gedenken zum 9.November im Hospitalhof

MO 09.11.20, 12:30 – 13:00 Uhr
Hospitalhof, Büchsenstr.33, 70174 Stuttgart

Im Innenhof des Hospitalhofs wird Pfarrerin Monika Renninger im Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 an die Geschichte des ehemaligen Klosterareals zwischen 1895 und 1945 erinnern, als dieses als das städtische Polizeihauptquartier und -gefängnis genutzt wurde: Während der Zeit des Nationalsozialismus beherbergte das Areal zusammen mit dem benachbarten heutigen CVJM-Gelände das städtische Polizeihauptquartier „Büchsenschmiere“. In deren Verliesen wurden Menschen aus damals verfemten Bevölkerungsgruppen inhaftiert, gedemütigt und gefoltert. Mitbürgerinnen und Mitbürger dieser Stadt mussten hier leiden, weil sie Juden, Sinti und Roma oder Oppositionelle waren.
In Erinnerung an diese Opfer des Nationalsozialismus wurde am 16. Dezember 1994 auf Initiative des damaligen Stuttgarter Prälaten Martin Klumpp eine Gedenkinschrift am alten Gebäude des Hospitalhofs angebracht. Im Zuge des Neubaus des Hospitalhofs in den 2010er Jahren wurde auch dieser Gedenkort neu konzipiert.
Heute erinnert eine Stele am Leonhard-Lechner-Weg an den Abschnitt des Firnhaberwegs, über den die Gefangenen in den damaligen Polizeikomplex hinein zu ihren Arrestzellen geführt wurden. Die Stele trägt die überarbeitete Gedenkinschrift in vergrößertem Format und ist als Teil der Außenanlagen des Hospitalhofs jederzeit öffentlich zugänglich. Durch ihre stille und würdevolle Gestaltung in Kupfer sowie ihre Anbringung im öffentlichen Raum erinnert sie an die Geschichte der Opfer und spricht die Trauer und das Erschrecken der heutigen Nutzer des Hospitalhofs im Angesicht des Schicksals der damals hier inhaftierten Menschen aus. Zugleich ruft sie alle Heutigen auf, sich im Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus für eine friedliche und menschliche Zukunft einzusetzen.
Text der Gedenktafel: „Im Gebäude des Stuttgarter Dominikanerklosters und späteren städtischen Hospitals war seit 1895 das Polizeigefängnis untergebracht. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden hier Mitbürgerinnen und Mitbürger gequält und gedemütigt. Im Gedenken an Sinti und Roma, die dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer fielen. Im Gedenken an jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die entrechtet, deportiert und ermordet wurden. Im Gedenken an alle, die aus politischen und religiösen Gründen verfolgt wurden.“

Zusätzlich verweisen wir auf den Vortrag am 9.Nov um 15:30 Uhr im Hospitalhof:
Flucht aus Stuttgart 1933

Außerdem finden Sie Material zum 9. November auf der Homepage https://erinnerngegenvergessen.wordpress.com. Es handelt sich dabei um Biografien, die eine Verbindung zum 9. November 1938 in Stuttgart haben. Darüber hinaus können Sie dort eine Stadterkundung zu den Ereignissen rund um den Pogrom 1938 in Stuttgart (https://erinnerngegenvergessen.wordpress.com/stadterkundung-9-november-1938/ ) herunterladen. Diese kann mit einem Smartphone zu jeder Zeit gemacht werden und führt vom Hospitalhof zur Synagoge und auf die Königstraße. Die eingestellten Informationen können auch über die Internetseite eingeholt werden, ohne die Orte selbst zu besuchen.

WEITERE INFORMATIONEN: www.hospitalhof.de

Kostenbeitrag entfällt

Kontakt: Evang. Bildungszentrum Hospitalhof, Tel. 0711 / 2068-150

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