Leib und Seele

OnlineOnline-Veranstaltung

Sustainable Food Transformation. Wege aus dem globalisierten Ernährungssystem

Im Rahmen der Reihe: EXIT. Die Kunst des Bleibenlassens

MO 12.07.21, 19:00 – 20:30 Uhr
online

© Laura Enderle

Das globale Lebensmittelsystem steht wieder einmal auf dem Prüfstand: Zuletzt hat die Pandemie die katastrophalen Arbeitsbedingungen vor Augen geführt, für die internationale Beschaffungsmärkte im globalisierten Ernährungssystem verantwortlich sind. Hinzu kommen viele weitere soziale und ökologische Probleme. Aber wie lässt sich das hochgradig wettbewerbsorientierte, von wenigen Unternehmen getriebene Marktsystem verändern? Lokale Initiativen, Ernährungsnetzwerke und -unternehmen, Direktvermarkter, solidarische Landwirtschaften, Food Coops und Regionalkampagnen spielen dabei als wichtige Nischenakteure eine Rolle: Sie treiben sozial-ökologische Ernährungsinnovationen voran und zeigen, dass nachhaltige Formen der Lebensmittelversorgung eine gesunde Ernährung innerhalb der planetaren Grenzen mit größerer Ernährungssouveränität ermöglichen. Der Vortrag präsentiert aktuelle Einblicke in die vielfältigen Ansätze der „zweiten Generation“ nachhaltiger Ernährungsinitiativen mit Beispielen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, USA und Brasilien.
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Im Rahmen der Reihe: EXIT. Die Kunst des Bleibenlassens:
Die Geschichte der Menschheit wird meist als Abfolge von Taten geschrieben, als Serie heroischer Akte und bahnbrechender Erfindungen. Doch neben dem Handeln hat uns auch das Bleibenlassen vorangebracht, das Aufhören, der Exit. Aus dieser Perspektive lässt sich eine Fortschrittsgeschichte schreiben, in der nicht Innovationen, sondern Exnovationen im Zentrum stehen: Die Abschaffung des Kannibalismus, der Folter, des Hexenglaubens, der Sklaverei, der Kampf gegen die Kinderarbeit. Solche Prozesse des kollektiven Abschaffens bilden eine besondere Form der Herausforderung, denn sie können nur bedingt mit dem Pathos heroischen Tatendrangs für sich werben. Und doch stehen sie im Zentrum der Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft: Nachhaltig leben bedeutet in erster Linie, manche Dinge nicht mehr zu tun. Aber wie lässt sich der Exit aus den fossilen Energieträgern, aus dem ressourcenverschwendenden Bauen, aus der Massentierhaltung, aus den Aufrüstungs- und Konkurrenzspiralen organisieren? Gibt es eine Kunst des Bleibenlassens?

Eröffnet wurde die Reihe am 14.06.2021 mit einer Podiumsdiskussion, auf der junge Wissenschaftler:innen als Politik- und Sozialwissenschaften, aus der Transformations- und Nachhaltigkeitsforschung, den konzeptionellen Rahmen des Nachdenkens über Innovation und Exnovation beleuchten. In den darauffolgenden Veranstaltungen wird die Problematik in ausgewählten Praxisfeldern anschaulich vertieft.

KOOPERATION: Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT), Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS) der Universität Stuttgart, Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart

Die Veranstaltung findet online statt; Sie benötigen zur Teilnahme einen Computer oder Laptop mit Internetzugang sowie ggfs. Kamera und Mikrophon. Den Zugangslink erhalten Sie 1-3 Tage vor der Veranstaltung zugesandt.

REFERENTIN: Cordula Kropp ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Risiko- und Technikforschung und Direktorin des Zentrums für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart. Ein Schwerpunkt ihres weitgefächerten Forschungsinteresses liegt in der urbanen Ernährungsbewegung.

Kostenbeitrag entfällt

Kontakt: , Tel. 0711 / 2068-150

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