Politik und Gesellschaft

Vortrag

Kreislauf der Kriegstrümmer

MI 13.04.22, 19:00 – 20:30 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

REFERENTIN: Dr. Kerstin Renz

Die Stuttgarter Innenstadt ist nach dem Krieg großflächig zerstört, ein Drittel der Bausubstanz und mehr als die Hälfte des Wohnraums fehlen. Die Beseitigung der Trümmer zieht sich bis 1953 hin. Baustoff-Recycling, Transformation und Translokation sind die Aufgaben der Zeit.
In dieser Situation müssen die Menschen ihr Wohnen und Wirtschaften in Eigenverantwortung improvisieren. Neben den Aufräumarbeiten stehen schon wieder erste provisorische Baumaßnahmen an. Aus der Not heraus entsteht eine Transformations- und Reparaturkultur, die mit dem Bauwesen bald alle Bereiche des Alltags erfasst.
Ohne Beziehungen funktioniert kaum etwas, ohne Kooperation der Menschen untereinander noch viel weniger. Selbstorganisation und Eigenverantwortlichkeit sind ebenso zentrale Merkmale dieser Zeit, wie Baustoff-Kontingentierung und Mangelwirtschaft. Die Beseitigung der Trümmer, die Wiederherstellung der Verkehrswege und der technischen Infrastruktur geschieht ab Herbst 1945 unter behördlicher Aufsicht. Trümmer sind Allgemeingut, werden beschlagnahmt und – wenn möglich – wiederverwertet. Der Vortrag skizziert den Umgang mit den Kriegstrümmern und ihre Überführung in einen Baustoffkreislauf, der Architekturen hervorbrachte, die noch heute das Stadtbild prägen.

Begleitprogramm zur Ausstellung »anima ona«

Kooperation mit:

Begleitprogramm zur Ausstellung »anima ona«. KOOPERATION: IZKT der Universität Stuttgart, Ev. Akademie Bad Boll, Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart

REFERENTIN: Dr. habil. Kerstin Renz, Architekturhistorikerin und Studienleiterin für Stadtentwicklung und Wohnen an der Ev. Akademie Bad Boll. Moderation: Monika Renninger, Evang. Bildungszentrum Hospitalhof

Kostenbeitrag entfällt

Kontakt: , Tel. 0711 / 2068-150

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