Hospitalhof | Politik und Gesellschaft

Vortrag und Gespräch

Nadja Klier: Wilde Jugend 1988

DI 16.06.20, 19:00 – 20:30 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33 70174 Stuttgart

Weitere Termine: NEUER TERMIN: 22.01.21

Nadja ist 13 Jahre und lebt mit ihrer Mutter, einer vielbeschäftigten Theaterregisseurin in Ost-Berlin.
Ihre beste Freundin Anna und sie sind unzertrennlich und durchleben die üblichen Höhe- und Tiefpunkte des Erwachsenwerdens.
Ein Jahr später, 1988, wird es eng für Nadjas Familie. Ihre Mutter bekommt Berufsverbot, äußert jedoch weiterhin ihre systemkritische Meinung zur gesellschaftlichen Situation in der DDR. Es folgt die kontinuierliche Überwachung durch die Staatssicherheit, inklusive Hausdurchsuchungen. Nadjas Mutter kommt ins Gefängnis. Anna ist für Nadja da bis zum Moment, an dem Nadjas Familie gezwungen wird, das Land zu verlassen. Über Nacht verliert Nadja ihr Zuhause, ihre beste Freundin und ihren gesamten Lebensalltag.
Die neue Welt im Westen ist interessant, aber manchmal ist Nadja von ihren eigenen Gefühlen überfordert, denn sie weiß nicht, ob und wann sie ihre Freunde in Ost-Berlin wiedersieht.
Dann knapp zwei Jahre später, ist die Grenze auf einmal offen, wie begegnet man dem früheren Leben wieder?

Die 1973 in Dresden geborene Fotografin und Autorin Nadja Klier verarbeitet ihre Ausbürgerung aus der DDR im Jahr 1988 und die damit verbundene Entwurzelung erst knapp 30 Jahre später.
Sie sagt, sie hätte ihre eigene „Unvollständigkeit“ zum ersten Mal gespürt, als ihr Sohn 2009 geboren wurde. Bis dahin war ihr gar nicht klar, dass sie sich damals im Osten „selbst vergessen“ hat, ihr inneres Kind deshalb nicht wachsen konnte. Es brauchte drei weitere Jahre und den Impuls durch eine schmerzhafte Trennung, bis sie den verdrängten Raum in sich fand und begann, ihre Jugendgeschichte aufzuschreiben.

KOOPERATION: Konrad-Adenauer-Stiftung Baden-Württemberg, Evang. Bildungszentrum Hospitalhof

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