Hospitalhof | Politik und Gesellschaft

Vortrag und Gespräch

"Ich war Hitlerjunge Salomon"

Zeitzeugengespräch mit Sally Perel

SO 17.03.19, 15:00 – 17:30 Uhr
Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof, Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart

Sally Perel, 2016 (Foto: StagiaireMGIMO, CC BY-SA 4.0)

Nach Jahren des Schweigens gibt Sally Perel das Geheimnis seiner doppelten Identität preis: Der Jude Sally Perel entkam dem Holocaust in der Uniform der Nazis, er überlebte mitten in Deutschland als Hitlerjunge Jupp Perjell.

Nach 1945 verließ Perel Deutschland und brauchte mehr als 40 Jahre in seiner neuen Heimat Israel, um das Erlebte zu verarbeiten, bevor er sich schließlich entschloss, ein Buch mit seiner Geschichte zu schreiben. Es erschien unter dem Titel „Ich war Hitlerjunge Salomon“ 1992 erstmals auf Deutsch. Das Buch wurde von Agnieszka Holland 1990 unter dem Titel „Hitlerjunge Salomon“ verfilmt.

Auf eindringliche Weise berichtet der heute 93-jährige bei seinen Lesetouren von den aberwitzigen Erlebnissen und der inneren Zerrissenheit dieses Doppellebens, das ihn in die Rolle des Opfers wie in die des Täters zwang.
Aus der großen zeitlichen Distanz versucht er, die Ereignisse zu reflektieren und zu bewerten.

Wir möchten Ihnen die Möglichkeit geben, Sally Perel persönlich kennenzulernen, sich von ihm erzählen zu lassen und mit ihm über seine Eindrücke sowie Gefühle zu sprechen, und laden Sie herzlich zu dieser besonderen Veranstaltung ein.

Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und der Reinhold-Maier-Stiftung

Mit: Sally Perel wurde 1925 in Peine, nahe Braunschweig geboren. In Anwendung der Nürnberger Rassengesetze wurde er 1935 der Schule verwiesen, die Familie emigrierte nach Lodz in Polen. Die Eltern schicken Sally und seinen Bruder auf die Flucht nach Russland, wo Sally Perel in ein russisches Waisenhaus kommt. Im Juni 1941 beginnt der deutsche Angriff. Auf der Flucht nach Minsk gerät er in Gefangenschaft und entkommt durch die Aussage, er sei Volksdeutscher, dem Erschießen. Als Jupp Perjell überlebt er im Anschluss unerkannt 3 Jahre in einer Elite-Anstalt der Hitlerjugend in Braunschweig. Kurz vor Ende des Krieges nimmt er zusammen mit seinen Mitschülern an einem letzten Feldzug teil, wird von Amerikanern gefangen genommen, kurze Zeit später wieder freigelassen und kehrt im Flüchtlingsstrom nach Braunschweig zurück. Nach dem Krieg arbeitet er zunächst als Dolmetscher bei den Russen. 1948 wanderte Sally Perel aus Deutschland aus und lebt seit nunmehr 70 Jahren in Israel.

Weitere Infos: www.freiheit.org

Kostenbeitrag entfällt

Kontakt: Reinhold-Maier-Stiftung, Landesbüro Baden-Württemberg , Tel. 0711/22 07 07 32

Diese Website setzt Cookies ein, um die volle Funktionalität zu gewährleisten. Mit der Benutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Cookies akzeptieren

-