Hospitalhof Stuttgart | Evangelisches Bildungszentrum

Hospitalhof | Politik und Gesellschaft

Vortrag

Anspruch auf heiligen Boden

Der israelisch-palästinensische Konflikt um den Tempelberg

MI 19.09.18, 19:00 – 21:00 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

MIT Joseph Croitoru

Auf dem Tempelberg stand einst der jüdische Tempel, später errichteten dort die Muslime zwei Moscheen. Unter der islamischen Herrschaft durften die Juden – anders als in byzantinischer Zeit – an der Klagemauer, einem Überrest der Außenmauer des Zweiten Tempels, beten.
Um die damit verbundenen Auflagen entzündete sich in spätosmanischer Zeit ein Streit, der unter der britischen Mandatsherrschaft eskalierte. Schon damals kam es zu Gewalt von arabischer Seite, wo Mufti al-Husseini das Gerücht verbreitete, die Juden beabsichtigten, die Moscheen zu zerstören, um ihren Tempel zu errichten. Für jüdische Nationalreligiöse war der Tempelberg lange ein Tabu und durfte nicht betreten werden. Nun pilgern sie aber in immer größerer Zahl dorthin und fordern, auf dem Berg beten und sogar eine Synagoge bauen zu dürfen. Die Palästinenser fühlen sich zunehmend provoziert, zumal die jüdischen Eiferer durch ranghohe rechtsgerichtete israelische Politiker unterstützt werden. Den Islamisten bietet die angespannte Lage reichlich Gelegenheit, mit Protestaktionen auf sich aufmerksam zu machen.
Als ihr neuer Schutzherr inszeniert sich neuerdings die türkische Regierung, türkische Fahnen und Erdogan-Poster begegnen mittlerweile bei Demonstrationen auf dem Moscheenareal. Diese münden häufig in Gewalt, worauf die israelische Regierung mit immer schärferen Polizeimaßnahmen antwortet.

Im Rahmen der Reihe: Jerusalem, die Heilige Stadt

REFERENT: Dr. Joseph Croitoru, Historiker und Journalist mit den Schwerpunkten Nahost und Osteuropa, schreibt für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Neue Zürcher Zeitung und Rundfunk

Kostenbeitrag: 7,00 € / 5,00 €

Kontakt: , Tel. 0711 / 20 68 -150

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