Politik und Gesellschaft

Gedenkveranstaltung

Zentrale Gedenkveranstaltung zur Deportation Jüdischer Bürgerinnen und Bürger im August 1942

SO 21.08.22, 16:00 – 17:00 Uhr
An der Gedenkstätte »Zeichen der Erinnerung« / Otto-Umfrid-Straße, Nordbahnhof, 70191 Stuttgart

Am 22. August 1942 wurden bei der letzten »große« Deportation von Juden aus Stuttgart fast 1100 Menschen aus Württemberg, Hohenzollern und Baden nach Theresienstadt deportiert.
In Theresienstadt, einer Garnisonsstadt im Nordwesten Tschechiens, errichteten die Nationalsozialisten im November 1941 ein Ghetto, das vorwiegend Propagandazwecken dienen sollte, in Wirklichkeit aber als Durchgangslager zu den Vernichtungslagern genutzt wurde. Bis zu Befreiung im Mai 1945 gingen mehr als 155.000 Juden durch Theresienstadt, 35.440 von ihnen kamen im Ghetto um und etwa 88.000 wurden in die Vernichtungslager geschickt.
Die knapp 1100 Menschen, die im August 42 von Stuttgart aus deportiert wurden, hatte man vorher aus 58 Orten des Landes abtransportiert, auf dem Killesberg interniert, ihnen ihr gesamtes Eigentum geraubt und ihnen ihre Staatsbürgerschaft entzogen. Vom Killesberg aus wurden sie an den Inneren Nordbahnhof teils getrieben, teils gebracht und von dort aus nach Theresienstadt deportiert.
Es war nicht die erste Deportation aus Stuttgart. Bereits am 1. Dezember 1941 waren von Stuttgart aus mehr als 1000 Opfer aus Württemberg und Hohenzollern nach Riga deportiert und dort ermordet worden, im April 1942 wurden 441 Menschen nach Izbica im Südosten Polens deportiert.
Die Besonderheit dieses dritten großen Transports vom August 42 ist, dass nun alle alten und kranken Menschen ohne Ausnahme deportiert wurden. Viele waren erst in den Vorjahren in Zwangsaltenheimen auf dem Land ghettoisiert worden. Nur 48 von 1078 Menschen überlebten.
Erst 60 Jahre nach Kriegsende entstand durch bürgerschaftliches Engagement die Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ am Ort der früheren Deportation dem »Inneren Nordbahnhof« heute: Otto-Umfrid-Straße .
Eine große Gruppe von Initiativen und Institutionen in Stuttgart hat sich nun 80 Jahre nach dieser Deportation zu einer Gedenkveranstaltung zusammengefunden.
Im Zentrum der Veranstaltung wird ein Zeitzeugengespräch mit Garry Fabian stehen. Dazu treten Berichte von anderen Deportierten und Ansprachen aus Politik und Religion. Musikalisch gestaltet der Geiger Linus Roth das Gedenken.

KOOPERATION: Zeichen der Erinnerung e. V. und zahlreiche Initiativen und Institutionen, u. a. Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart

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