Politik und Gesellschaft

Vortrag

Al-Aqsa oder Tempelberg

Der ewige Kampf um Jerusalems heilige Stätten

DI 21.09.21, 19:00 – 20:30 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

Referent: Joseph Croitoru

Der Tempelberg ist nach dem jüdischen Tempel benannt, der von den Babyloniern und nach seinem Wiederaufbau von den Römern zerstört wurde. Für die Muslime, die auf dem Areal ihre Moscheen errichteten, ist der Ort die drittheiligste Stätte nach Mekka und Medina. In der osmanischen Ära war es den Juden gestattet, an der Klagemauer, einem Überrest der herodianischen Tempelanlage, unter Auflagen zu beten. Um diese entbrannte in der britischen Mandatszeit ein Streit, der wiederholt in Gewalt eskalierte. Als 1967 Israel die Kontrolle über die Klagemauer übernahm, durften die Muslime ihre heilige Stätte weiter verwalten. Nichtmuslimen wurde der Besuch der Anlage zwar gestattet, nicht aber, dort zu beten. Über dieses Verbot setzten sich über die Jahre kleine Gruppen jüdischer Eiferer mit provokanten Aktionen hinweg, die immer umgehend geahndet wurden. Im letzten Jahrzehnt nahmen die Zahl der jüdischen Tempelberg-Pilger wie auch ihr Einfluss zu. Die Netanjahu-Regierung erlaubte ihnen sogar, leise zu beten, und ging gegen Proteste der Palästinenser, bei denen Islamisten oft den Ton angaben, rigoros vor. Unter der neuen Regierungskoalition, der auch eine gemäßigte arabisch-islamistische Partei angehört, könnte es zu einem Kurswechsel kommen.

Dr. Joseph Croitoru ist Historiker und Journalist (u.a. FAZ, Spiegel und taz). Im Februar erschien bei C.H. Beck sein Buch „Al-Aqsa oder Tempelberg. Der ewige Kampf um Jerusalems heilige Stätten“.

Im Rahmen der Reihe: Jüdisches Leben in Deutschland: Deutschland, Israel und der Nahe Osten.

KOOPERATION: Ev. Akademie Bad Boll, Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg, Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart

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