Theologie und Spiritualität
Vortrag
Bibelkunde! Scham
DO 16.10.25, 19:00 – 20:30 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart
»… dein Angesicht soll nicht schamrot werden« (Psalm 34,6): Vor Gottes Angesicht sollen Menschen nicht beschämt werden. Das Gefühl der Scham kommt in der Deutung des biblischen Schöpfungsberichts erst mit der Erkenntnis Adams und Evas, dass sie nackt vor Gott waren, unverhüllt und unschuldig (1.Mose 3,7), und das nun nicht mehr sind, nachdem sie die Grenzen, die Gott ihnen gesetzt hatte, übertreten haben. Psychologische Untersuchungen verorten das Schamgefühl im kulturellen Kontext und den individuellen Prägungen. Oft liegt diesem eine Erfahrung von Bloßstellung oder Herabsetzung zugrunde, oft sind es kulturelle Normen, die, wenn sie übertreten werden, ein Schamgefühl hervorrufen. Nicht jedes Mal drückt sich ein Schamgefühl durch Rotwerden oder aufsteigende Hitze aus. Manchmal blitzt es kaum merklich auf und verhindert oder forciert ein bestimmtes Verhalten. Außerdem prägt die Scham nicht nur unser Verhalten, sondern sie hat zudem einen Einfluss darauf, wie wir von uns selbst oder anderen Menschen denken. Das Schamgefühl ist ein unterschätztes Gefühl, das oftmals in Psychologie und Gesellschaft zu wenig Beachtung findet. Welche Ursachen liegen dem Schamgefühl zugrunde? Es gibt eine Scham der Opfer und eine Scham der Täter. Wie können wir damit umgehen, wenn wir Scham empfinden – ohne dass wir uns infolgedessen noch mehr schämen? An konkreten Beispielen werden diese Fragen an dem Abend erörtert.
Im Rahmen der Reihe Bibelkunde!
MIT: Tina Neubauer, Diplompädagogin, Zeugen- und Prozessbegleitung bei PräventSozial; Cornelie Esslinger-Graf, ehem. Vorsitzende Richterin der Jugendstrafkammer des Landgerichts
KOOPERATION: bibliorama – das bibelmuseum stuttgart, Ev. Stiftskirchengemeinde Stuttgart, Württembergische Bibelgesellschaft, Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart
