Jüdisches Leben in Deutschland - Teil II

Deutschland, Israel und der Nahe Osten

© Ulrike Kammerer

»Nächstes Jahr in Jerusalem!« Mit diesem Wunsch endet seit vielen Jahrhunderten der Sederabend des jüdischen Pessachfestes. »Jerusalem, Du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir!« singen seit dem 17. Jahrhundert protestantische Christenmenschen im deutschsprachigen Raum. Und im britischen Empire des 19. Jahrhundert wurde das »Jerusalem, my happy home« zum Hit in protestantischen Kirchen. Jerusalem war immer auch Ziel christlicher Pilgerreisen aus Europa. Im
19. Jahrhundert siedelten sich ganze protestantische Gemeinden im »Heiligen Land« an, um ihren Glauben zu leben.

Nächstes Jahr in Jerusalem: Den Traum in der jüdischen Diaspora wollten die Frauen und Männer der zionistischen Bewegung zur Wirklichkeit machen. Sie wollten in einem Land leben, in dem für Juden ein selbstbestimmtes Leben möglich wird. Sie wollten eine jüdische Heimstatt aufbauen, in der sie nicht in der ständigen Angst vor antisemitischer Ausgrenzung und Gewalt lediglich »als Fremde« geduldet waren. Mit der Staatsgründung Israels 1948 wurde dieser Traum Wirklichkeit.

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert trat der Nahe Osten und damit auch die osmanische Region Palästina zum einen in den Blick der europäischen Großmächte und ihrer imperialistischen Ambitionen. Zum anderen entstand im Widerstand gegen die Kolonialisierung ein panarabischer Nationalismus mit dem Ziel eines unabhängigen, arabischen Staates in Palästina.

Lange also vor der Staatsgründung Israels war damit der Nahe Osten sowohl Sehnsuchtsort wie auch eine komplexe Konfliktregion und Spielball der Großmächte mit ihren geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen. Dies hat sich bis auf den heutigen Tag nicht geändert.

Einblicke in die so reiche wie schwierige Geschichte und Gegenwart des Nahen Ostens und in die Beziehungen zwischen Deutschland, Israel und dem Orient geben die sieben Abende dieser Vortragreihe.

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